talking.towers

Den Menschen als Akteur im Rheinauhafen umweht ein kontinuierlicher Organismus aus

Neuem und Altem, Digitalem und Analogem, Unbekanntem und Vertrautem. Die talking towers greifen diesen Status auf und machen ihn visuell erfassbar, wobei der Turm (synonym für Ein- und Ausblick) eine Teilumfunktionierung erfährt: Das Turmgerüst als Symbol für Prozesshaftigkeit, Gegenwart und Simplizität sowie das gegenüberliegende Hochhaus, als Symbol für Fortschritt und Zukunft sind Plattformen für vom Menschen steuer- und erfahrbare Aktionen. Es kommt zu einer Rückkopplung, Interaktion und Vernetzung von digitalem und analogem, menschlichem und technischem, greifbarem und virtuellem.

 

Die Besucher beeinflussen durch Handlung die Abläufe auf einer Videoprojektion. Ein Wechselspiel aus Aktion und Reaktion zwischen der realen und der virtuellen Person, sowie zwischen den realen und virtuellen Personen untereinander.

Die Akteure werden in fremde, vertraute, verzerrte oder abwegige Welten transferiert. Wunsch und Wahrhaftigkeit werden ebenso konterkariert wie das Greifbare mit dem (Un-)Vorstellbaren. Das menschliche Ab- als Sinnbild für Repräsentanz von Lebendigkeit rückt in den Fokus einer architektonischen Landschaft und verdeutlicht: Bei all den bautechnischen Visionen und Superlativen steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt. Dessen Agieren erfährt wiederum eine Rückprojektion in die Virtualität. Mensch und Technik, Natur und Artefakt stehen in Dialog. Sie sind längst miteinander verwachsen.

 

Metaphorisch wird die Thematik pointiert und zur Diskussion freigegeben:

Wie „real“ ist das Virtuelle und wie virtuell ist die „Realität“. Ferner erfolgt hier eine Annäherung des neuen Rheinauhafens an sein städtisches Umfeld: Die virtuelle Präsenz auf den Fensterscreens signalisiert: Der (Mensch im) Rheinauhafen blickt auf Köln und umgekehrt. Der (Wieder-) Beginn einer innigen Freundschaft. Der Besucher wird (zumindest temporär und virtuell) Teil der Räumlichkeiten, die ihm womöglich sonst eher verschlossen blieben. Der Mensch soll Teil des Hafens, der Hafen ein offenes Medium sein.

 


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